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Informationen für Glücksspieler*innen

Wenn Geld einem nichts mehr bedeutet, die Familie einem nicht mehr vertraut, und das Spielen schon lange keinen Spaß mehr macht, dann ist es Zeit etwas zu ändern ...

Bin ich süchtig? Ein Selbsttest.

Spieler und Spielerinnen können ihr (Glücks)-Spielverhalten testen. Ein Test kann zwar niemals bestätigen, dass man süchtig ist, wohl aber, ob man ein Problem haben könnte.

Was ist verantwortungsbewusstes Glücksspielen?

Jedes Spiel hat Regeln. Das Glücksspiel hat nochmal ganz eigene Regeln. Ein Nichtbefolgen der entscheidenden Grundsätze kann fatale Folgen haben.

Wie funktioniert eine Spielersperre?

Mit der Spielersperre können Spieler und Spielerinnen für eine gewisse Zeit vom Glücksspiel ausgeschlossen werden. Allerdings ist nicht bei jedem Glücksspiel die Möglichkeit zur Sperre gegeben. Auf dieser Seite geben wir Ihnen einen Überblick zur aktuellen Situation.

Wie erkenne ich legales Glücksspiel?

Das Veranstalten von und die Teilnahme an öffentlichen Glücksspielen ohne Lizenz sind in Deutschland verboten und stehen unter Strafe. Die erforderlichen Erlaubnisse werden durch die Behörden in den einzelnen Bundesländern erteilt. Informieren Sie sich darüber, woran Sie legale Glücksspiele erkennen!

Gefahrenpotenziale einzelner Glücksspiele

Es gibt verschiedene strukturelle Merkmale von Glücksspielen, die die Spieler und Spielerinnen stimulieren und im Spiel halten können. Je mehr dieser Merkmale auf einem Glücksspiel vereint sind, desto höher ist dessen Suchtpotenzial. Hier erfahren Sie, welche Spielmerkmale als suchtfördernd gelten.

 

Was ist eigentlich Spielerschutz?

Mit dem Wort Spielerschutz sind alle Maßnahmen gemeint, welche zum Schutz von Spielern und Spielerinnen vor nahezu allen negativen Auswirkungen, welche von Glücksspielen ausgehen, getroffen worden sind. Informieren Sie sich, welche Maßnahmen zum Spielerschutz gehören, welche Regeln gelten und was nicht zum Spielerschutz gehört, aber als solcher verkauft wird!

Die verbreitetsten Irrtümer beim Glücksspielen

Es gibt zahlreiche Irrtümer und Mythen in der Welt des Glücksspiels. Eine Auswahl prominenter Fehlannahmen haben wir unter dieser Überschrift zusammengetragen. Vielleicht finden Sie den einen oder anderen erhellenden Moment!?

Die Auswirkungen einer Glücksspielsucht

Krankhaftes Glücksspielen zieht eine ganze Reihe unschöner Konsequenzen nach sich. Neben den finanziellen, treten häufig psychosoziale Folgeschäden auf. Der Leidensdruck der Betroffenen ist sehr hoch. Gesundheit, Familie, Freunde und die berufliche Laufbahn werden aufs Spiel gesetzt.

Denn Sucht ist ein Spielverderber.

Bin ich süchtig? Ein Selbsttest.

Sie können selber checken, ob Sie mit Glücksspielen so umgehen, dass Sie keinen Schaden nehmen, oder ob Ihr Glücksspielverhalten riskant ist. Beantworten Sie die Fragen ehrlich. Machen Sie sich selbst nichts vor! 

Die von Ihnen hier gemachten Angaben werden nicht elektronisch erfasst.

Mindestens eine Frage mit "Ja" beantwortet?

Jedes „Ja" ist ein Zeichen dafür, dass mit dem Glücksspielverhalten etwas nicht stimmt! Wir empfehlen Ihnen Kontakt mit einer Suchtberatungsstelle in Ihrer Nähe oder einer im Umkreis bestehenden Selbsthilfegruppe aufzunehmen.

Keine Frage mit "Ja" beantwortet?

Derzeit scheinen Sie keine Probleme mit Ihrem Spielverhalten zu haben. Selbstverständlich können Sie sich trotzdem in einer Suchtberatungsstelle in Ihrer Nähe oder einer im Umkreis bestehenden Selbsthilfegruppe weiter informieren.

(Quelle: "Total verzockt?! Infos zur Glücksspielsucht für Jugendliche und junge Erwachsene", Herausgeber: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln, April 2009)

Thüringer Fachstelle GlücksSpielSucht

Was ist verantwortungsbewusstes Glücksspielen?

Einige Menschen sind empfänglicher für die Entstehung einer Abhängigkeitserkrankung als andere. Das gilt auch für die Ausbildung einer Glücksspielsucht. Und dann gibt es Glücksspiele, die im Vergleich zu anderen riskanter sind. Manche ziehen die Spieler und Spielerinnen sehr schnell in ihren Bann. Zu denen mit dem höchsten Suchtpotenzial gehören ohne Zweifel Geldspielautomaten und Live-Sportwetten.

FairSpielt Glücksspiel Lampen

Empfehlenswert ist es, vor der eigenverantwortlichen Teilnahme an einem Glücksspiel, die Informationen zum Gefahrenpotenzial und den tatsächlichen Gewinnchancen einzuholen. Selbstverständlich ist schon auf mittelfristige Sicht: Den Profit macht immer nur der Glücksspielanbieter! Wer dennoch häufiger den Nervenkitzel des Glücksspiels sucht, kann die Regeln des gesunden Spielens verinnerlichen und einhalten. Vielleicht gelingt es so, die Suchtrisiken zu minimieren!

FairSpielt Glücksspiel Limit
FairSpielt Glücksspiel Uhr

Regeln des gesunden Spielens

  • Ich spiele nicht zur Einkommensverbesserung!
  • Ich unterlasse den Versuch, erlittene Verluste durch Weiterspielen auszugleichen!
  • Ich lege mich auf einige regelmäßige Spieltage fest!
  • Ich setze mir Einsatz- oder Verlustlimits!
  • Ich lege die Spielzeit vor Spielbeginn fest!
  • Ich spiele nur in nüchternem Zustand!
  • Ich lege Spielpausen ein!
  • Ich spiele nur, wenn es mir gut geht!
  • Ich spiele nur an einem Geldspielgerät!

FairSpielt Glücksspiel Kalender

Denn Sucht ist ein Spielverderber.

Mit der Spielersperre wurde eine Möglichkeit geschaffen, Spieler*innen bzw. auch deren Angehörige, sich selbst bzw. ihren/ihre Partner*in für eine gewisse Zeit vom Glücksspiel auszuschließen. Im Allgemeinen spricht man diesbezüglich von Selbstsperre (Spieler*innen) und Fremdsperre (Angehörige oder Glücksspielanbieter). Jedoch ist nicht bei jedem Glücksspiel die Möglichkeit zur Sperre gegeben.

Im Folgenden geben wir deshalb eine Übersicht:

Selbstsperre

Die Selbstsperre stellt eine Sperroption dar, welche es Spielenden ermöglichen soll, sich selbstständig für einen befristeten oder unbefristeten Zeitraum zu sperren. Nach einer Mindestsperrdauer von 3 Monaten kann die Sperre per Antrag wieder aufgehoben werden. Sollte im Sperrantrag eine unbefristete Sperre beantragt worden sein, beträgt die Mindestsperrdauer ein Jahr. Eine befristete Sperre läuft nach der Sperrzeit nicht automatisch aus. Die Aufhebung der Sperre muss in jedem Fall beantragt werden. Erst dann werden die personenbezogenen Daten der gesperrten Personen aus der Sperrdatei gelöscht.

 

Fremdsperre

Die Fremdsperre demgegenüber ermöglicht es den Anbietenden von Glücksspielen sowie nahen Angehörigen von Betroffenen, eine Sperre ohne das Mitwirken der Spielenden zu verfügen. Diese Sperre ist immer unbefristet, d.h. die Mindestsperrdauer beträgt ein Jahr.
Für die Fremdsperre sind zusätzlich Notizen und andere Unterlagen wie z.B. Kontoauszüge anzuhängen, welche die Notwendigkeit einer Fremdsperre belegen.
Wir weisen darauf hin, dass eine solche Sperre nur im Einzelfall sinnvoll sein kann, da sie unserer Meinung nach einer Entmündigung gleichkommt. Zudem gibt es im Rahmen dieser Sperre nur die Option einer unbefristeten Sperre. Angehörige sollten Betroffene daher eher zur Selbstsperre motivieren.

Aufhebung der Sperre

Für jede Spielersperre (Selbst- oder Fremdsperre/ befristet oder unbefristet) ist per Antrag und nach Ablauf einer Mindestsperrdauer eine Aufhebung der Sperre möglich. Die Mindestsperrdauer für befristete Sperren beträgt 3 Monate. Dies gilt auch dann, wenn im Sperrantrag eine längere Frist angegeben worden ist. Die Mindestsperrdauer für unbefristete Sperren und Fremdsperren beträgt immer 1 Jahr.
Eine Sperre wird nur auf Antrag aufgehoben. Dies gilt auch für befristete Sperren. D.h. eine befristete Sperre läuft über den Fristzeitraum hinaus solange weiter bis eine Aufhebung beantragt wurde.

Auskunft über die Sperre

Auskünfte über eine Sperre (Sperrdauer, Enddatum, Laufzeit etc.) können alle an der Sperre beteiligten Personen beantragen- d.h. der/die Betroffene selbst bei Selbstsperren, bei Fremdsperren auch der/die betroffene Angehörige. Andere sogenannte Dritte Personen wie z.B. der Arbeitgeber, Bankangestellte, die Schufa oder die Polizei sind grundsätzlich nicht berechtigt, Auskünfte zu erhalten.

Glücksspiele ohne Sperrmöglichkeit

Lotterien, welche nicht mehr als zwei Mal pro Woche veranstaltet werden (LOTTO 6 aus 49, Eurojackpot usw.), das sogenannte Gewinnsparen und Pferdewetten werden vom Sperrsystem nicht erfasst. D.h. für diese Glücksspiele besteht derzeit keine Sperrmöglichkeit.

Allgemeine Hinweise für Spieler*innen, welche sich sperren lassen wollen:

  • Die Beantragung einer Spielersperre kann schriftlich und muss nicht persönlich erfolgen.
  • Nehmen Sie zur persönlichen Abgabe Ihres Sperrantrags immer eine/n Zeugen/eine Zeugin mit.
  • Verneinen Sie Forderungen nach Fotos, Passfotos oder biometrischen Fotos. Möchte der Anbieter selbst Fotos zur leichteren Identifikation anfertigen, können Sie dies gewähren (müssen jedoch nicht).
  • Verneinen Sie Forderungen nach Bearbeitungsgebühren.
  • Sollte der Antrag nicht sofort bearbeitet werden, setzen Sie eine Frist, bis zu der Ihnen der gegengezeichnete Sperrantrag postalisch zugestellt werden soll. Die Bestätigung der bundesweiten Eintragung der Sperre ins Sperrsystem erhalten Sie im Anschluss postalisch durch das Regierungspräsidium Darmstadt.
  • Heben Sie in jedem Fall sowohl den ausgefüllten Sperrantrag als auch die schriftliche Bestätigung der Eintrag der Sperre ins Sperrsystem gut auf.
  • Bringen Sie ein amtliches Ausweisdokument zur Identifizierung mit. Ein Führerschein zählt hier nicht!
  • Verwenden Sie für ihren Sperrantrag die unten verlinkten Vordrucke des Regierungspräsidiums Darmstadt.
  • Sollte ein Glücksspielanbieter diese Anträge nicht anerkennen und stattdessen von Ihnen verlangen andere Anträge oder/ und Zusatzblätter auszufüllen, kommen Sie diesem Begehr keinesfalls nach. Stattdessen ist es ratsam, diese vom Glücksspielanbieter vorgelegten Vordrucke mitzunehmen und beim zuständigen Ordnungs- oder Gewerbeamt bzw. bei der Polizei Anzeige gegen den Anbieter bei gleichzeitiger Vorlage dieser Dokumente zu erstatten.
  • Lassen Sie sich nicht in Gesprächen oder durch finanzielle oder materielle Zuwendungen von Ihrem Sperrwunsch abbringen. Es entstehen Ihnen, außer der fehlenden Teilnahmemöglichkeiten an Glücksspielen, keinerlei Nachteile durch die Spielersperre. Ihre personenbezogenen Daten werden nicht an unbeteiligte Dritte weitergegeben und dürfen nur für die Überprüfung der Sperre verwendet werden.
  • Sollte Ihnen die Sperre verweigert werden, erstatten Sie Anzeige beim zuständigen Ordnungs- oder Gewerbeamt bzw. bei der Polizei.
  • Nehmen Sie externe Hilfe durch Suchtberatungsstellen oder/und Selbsthilfegruppen in Anspruch (kostenfrei und auf Wunsch anonym).

Thüringer Fachstelle GlücksSpielSucht

Wie erkenne ich legales Glücksspiel?

Das Veranstalten von öffentlichen Glücksspielen ohne behördliche Erlaubnis ist in Deutschland verboten und steht laut § 284 StGB unter Strafe. Die erforderlichen Erlaubnisse werden durch die Behörden in den einzelnen Bundesländern erteilt. Die Glücksspielregulierung ist Ländersache!

Zur Orientierung sind sämtliche zugelassene (legale) Glücksspielanbieter in einer gemeinsamen Liste - White List der Glücksspielaufsichtsbehörden - zu finden. Ausnahmen sind hier die Geldspielgeräte in Spielhallen bzw. Gastronomiebetrieben. Diese Glücksspielangebote finden sich nicht in der White List und sind dennoch behördlich reguliert. Eine behördliche Erlaubnis gilt in allen Bundesländern. Eine Ausnahme bildet hier derzeit noch der Onlinecasino-Bereich. Spieler und Spielerinnen aus Thüringen können demnach keine Rechtssicherheit erwarten, wenn sie zum Beispiel im Internet bei einem Casino-Anbieter mit Erlaubnis aus Schleswig-Holstein spielen. 

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Hinweis: Nicht nur das Veranstalten, sondern auch die Teilnahme an unerlaubten Glücksspielen steht in Deutschland unter Strafe!

FairSpielt Glücksspiel Prüfplakette gewerblicher Geldspielgeräte
Privates Glücksspiel

Das Veranstalten und die Teilnahme an einem Glücksspiel sind erlaubt, solange das Glücksspiel im privaten Kreis und nicht gewohnheitsmäßig stattfindet. Es darf demnach keine Möglichkeit zur Spielteilnahme für Außenstehende geben. Das Glücksspiel an frei zugänglichen Orten sollte vermieden werden, um gar nicht erst den Eindruck einer öffentlichen Runde zu erwecken. Achtung ist auch bei regelmäßigen Glücksspielveranstaltungen in Vereinen und geschlossenen Gesellschaften geboten! Sollten die Glücksspiele hier gewohnheitsmäßig veranstaltet werden, erfüllen sie nach aktueller Gesetzeslage auch das Merkmal des öffentlichen Glücksspiels und benötigen somit eine behördliche Erlaubnis.

Lotterien

Die Landeslotteriegesellschaften und sämtliche lizenzierten Spielevermittler sind in der White List der Glücksspielaufsichtsbehörden zu finden. Das Spielen bei einem Lotterieanbieter ohne deutsche Erlaubnis, zum Bespiel mit einer Lizenz aus Gibraltar oder Malta, ist nicht erlaubt! Im Zweifelsfall gibt hier auch ein Blick in das Impressum auf der Website der Anbieter*Innen Klarheit. Der Deutsche Lotto- und Totoblock ist als staatlicher Glücksspielanbieter mit den Landeslotteriegesellschaften in allen Bundesländern aktiv. Die zahlreichen Glücksspielangebote sind zuallererst am Logo der Dachmarke – dem LOTTO – Schriftzug, dem Kleeblatt und der Benennungen des jeweiligen Bundeslandes – zu erkennen. Hier ist Obacht geboten, da die bekannten Farben und einzelne Elemente des Logos gern von unerlaubten Anbieter*Innen (Online-Zweit-Lotterien s.u.) genutzt werden!

Spielbanken

Spielbanken werden entweder von den jeweiligen Landesregierungen (landeseigene Gesellschaften) oder von Privatunternehmen mit entsprechender Lizenz betrieben. Die zugelassenen Etablissements finden sich in der White List. Wenn Sie in eine Spielbank gehen, können Sie davon ausgehen, dass es sich um ein legales Glücksspielangebot unter strenger Aufsicht handelt. In Thüringen gibt es seit einigen Jahren keine Spielbank mehr.

Pferdewetten

Vereine oder Unternehmen die im Rahmen von Pferderennen ein Wettgeschäft betreiben wollen, benötigen eine Erlaubnis der zuständigen Landesbehörde. Sämtliche erlaubten Anbieter*Innen sind in der White List zu finden. Online-Pferdewetten sind nur unter bestimmten Bedingungen zulässig. Insbesondere der Ausschluss minderjähriger oder gesperrter Spieler*Innen sind Grundlagen für eine Erlaubniserteilung durch die zuständige Behörde.

Gewerbliche Geldspielgeräte

Die Geldspielgeräte finden sich in Spielhallen oder in gastronomischen Betrieben. In Deutschland handelt es sich in der Regel um legale Glücksspielangebote. Zugelassene Geräte erkennen Sie an einer aktuell gültigen Prüfplakette (siehe Bild). Diese finden Sie üblicherweise im unteren Bereich des Geldspielgerätes. Die Glücksspielaufsicht übernehmen hier die Gewerbe- bzw. Ordnungsämter der einzelnen Kommunen. Aus diesem Grund tauchen die Betreiber*Innen dieser Automaten nicht in der White List der Glücksspielaufsichtsbehörden auf.

Virtuelle Automatenspiele

Virtuelle Automatenspiele sind das Online-Äquivalent zu stationären Spielhallen. Derzeit werden gerade bei dieser Glücksspielform viele neue Erlaubnisse erteilt. Die derzeit legal operierenden Anbieter*Innen sind in der White List zu finden.

Privatwirtschaftliche Sportwetten

In Deutschland herrscht seit einigen Jahren ein ziemliches Hin und Her um die Vergabe der behördlichen Erlaubnisse zur Durchführung von privatwirtschaftlichen Sportwetten. Welche Wetten auf Sportereignisse bei welchen Sportarten erlaubt sind findet sich in der untenstehenden Auflistung der erlaubten Sportwetten. Welche Anbieter*Innen legal am deutschen Glücksspielmarkt operieren findet sich in der White List.

Online-Casino, Online-Poker, Online-Zweitlotterien

Diese öffentlichen Glücksspielangebote sind in Deutschland (außer Schleswig-Holstein) nicht  bzw. noch nicht erlaubt. Häufig werden die Angebote dennoch im Fernsehen beworben und es gibt zahlreiche Verknüpfungen auf den Websites diverser Sportwettanbieter*Innen. Damit wird diesen nicht erlaubten Angeboten ein legaler Anstrich verpasst. Einige Online-Casino-Betreiber*Innen verfügen über eine behördliche Erlaubnis aus Schleswig-Holstein. Somit dürfen nur Spieler und Spielerinnen, die sich in Schleswig-Holstein aufhalten, an diesen Angeboten teilnehmen!

Denn Sucht ist ein Spielverderber.

Gefahrenpotenziale einzelner Glücksspiele

Es gibt verschiedene strukturelle Merkmale von Glücksspielen, die den/die Spieler*in stimulieren und im Spiel halten können. Je mehr dieser Merkmale auf einem Glücksspiel vereint sind, desto höher ist dessen Suchtpotenzial. Zu den Glücksspielen mit dem höchsten Stimulations- und Suchtpotenzial gehören definitiv das Automatenspiel und die Live-Sportwetten.

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Schnelle Spielabfolge

Automatenspieler riskieren ihr Geld im Sekundentakt. Roulettespieler können im Minutentakt setzen. Beim Lotto gibt es lediglich zwei Spielereignisse pro Woche. Je schneller die Spielabfolge ist, desto kürzer ist auch die Zeitspanne, sich über die Verluste oder Gewinne klar zu werden. Zocker wählen gern die Spiele mit einer sehr hohen Ereignisfrequenz.

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Aktive Rolle des Spielenden

Das aktive Ausmaß der persönlichen Beteiligung entscheidet mit darüber, wie hoch das Gefahrenpotenzial eines Glücksspiels ist. Solche Elemente finden sich beispielsweise in den Start-, Stopp- und Risikotasten an den Automaten. Die Idee nach bestimmten Systemen zu spielen, gehört durchaus ebenso zu diesem Punkt, wie der Einbezug diverser (Insider-) Informationen im Bereich der Sport- und Pferdewetten oder bei Börsenspekulationen.

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Fast-Gewinne

Knapp daneben ist auch vorbei! Häufige Fast-Gewinne steigern jedoch die Intensität des Glücksspiels, erhöhen die Gewinnerwartung und binden so auch länger die Aufmerksamkeit des Spielers/der Spielerin an das Spiel.

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Hohe Gewinnsummen

Die Gewinne müssen so groß sein, dass sie auch als Sensation wahrgenommen werden und gleichzeitig sollten reelle Gewinnchancen vorhanden sein. Auch die Möglichkeit mit nur einem Spiel erlittene Verlust wieder auszugleichen, steigert den Spielanreiz und erhöht das Suchtpotenzial.

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Einfacher, bargeldloser Spieleinsatz

Der Einsatz von Jetons, virtueller Währung oder die Verwendung der Kreditkarte als Zahlungsmittel beeinträchtigen das Urteilsvermögen und verschleiern finanzielle Werte. So werden Verluste geringer eingeschätzt und es wird risikoreicher gespielt.

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Hohe Verfügbarkeit

Zahlreiche Studien zeigen, dass eine hohe Verfügbarkeit von Glücksspielen, krankhaftes und problematisches Spielverhalten fördert. Zudem gibt es offensichtliche Zusammenhänge zwischen einem großen Glücksspielangebot, gesellschaftlicher Akzeptanz und der Zunahme glücksspielbezogener Probleme.

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Licht-, Ton- und Farbeffekte

Dieses Glücksspielmerkmal findet sich vorzugsweise beim Automatenspiel. Der Einsatz von Licht-, Ton- und Farbeffekten schafft eine besondere Spielatmosphäre. Indem auch kleine Gewinne ausdrücklich hervorgehoben werden und damit im Gedächtnis bleiben, treten die Verluste in den Hintergrund und werden vom Spieler/von der Spielerin verdrängt.

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Ein Video vom Präventionsprojekt Glücksspiel Berlin, einem Projekt der pad gGmbH, im Auftrag der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung Berlin.

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Was ist eigentlich Spielerschutz?

Mit dem Wort Spielerschutz sind alle Maßnahmen gemeint, welche zum Schutz von Spielern und Spielerinnen vor nahezu allen negativen Auswirkungen, welche von Glücksspielen ausgehen, getroffen worden sind. Dabei wird der Spielerschutz vom Jugendschutz getrennt betrachtet, da es Kindern und Jugendlichen von vornherein verboten ist, an Glücksspielen teilzunehmen und sie deshalb auch nicht als potentielle Spieler*innen in Frage kommen.

Aufklärung / Information

Hierzu gehört z.B. die Aufklärung bzw. Information über alle mit dem Spiel verbundenen Kosten wie Mindest- und Höchsteinsatz, Höchstgewinne und Gewinnwahrscheinlichkeiten (bei einigen Spielformen wie z.B. dem Automatenspiel ersetzt durch die Auszahlungsquote), aber auch so banal erscheinende Informationen wie, dass, im Falle eines Nichtgewinns, der komplette Einsatz verloren ist. Weitere Informationen sind, wie und wo man sich im Ernstfall sperren lassen kann und wo man Hilfe bekommt, wenn man Probleme mit dem eigenen Spielverhalten hat.

Weitere Schutzmaßnahmen

Neben dem Genannten gibt es weitere Beschränkungen, wie z. B. die der Werbung oder dass Mitarbeitern oder Mitarbeiterinnen keine Umsatzbeteiligung gezahlt werden darf, wenn sie mit Spielerschutzmaßnahmen betraut sind. Darüber hinaus ist es z.B. auch allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen verboten, an den „eigenen“ Glücksspielen teilzunehmen.

Feste Regeln

Der Gesetzgeber hat feste Regeln in Form von Gesetzen aufgestellt, welche je nach Gefährdungspotential der Glücksspielform unterschiedlich umfangreich ausfallen. Für alle Glücksspiele ist grundsätzlich der Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) ausschlaggebend, welcher in jedem Bundesland durch die sogenannten Ausführungsgesetze konkretisiert wird.

In Thüringen sind Ausführungsgesetze hierzu das Thüringer Glücksspielgesetz (ThürGlüG) sowie das Thüringer Spielhallengesetz (ThürSpielhallenG). Daneben gibt es aber auch Bundesgesetze, welche Regelungen zum Spielerschutz enthalten. Ein Beispiel hierzu ist die Spielverordnung (SpielV), welche Geräteeigenschaften und Aufstellungsbeschränkungen für Geldgewinnspielgeräte in Spielhallen und Gaststätten bundesweit einheitlich definiert. Ein weiterer Schutzaspekt sind die sogenannten Sozialkonzepte, welche jeder Glücksspielanbieter vorhalten und umsetzen muss und in denen weitere Spielerschutzmaßnahmen zu finden sind.

Spielerschutz contra Verbraucherschutz

In jüngster Zeit bemerken wir, dass Glücksspielanbieter versuchen, nach und nach das Wort Spielerschutz durch das Wort Verbraucherschutz zu ersetzen. Diesem Ansinnen treten wir als Vertreter der Suchthilfe, welche sich selbst als Lobbyisten von problematischen und pathologischen Spielern sowie deren Angehörigen verstehen, entschieden entgegen. Nicht nur, dass Spielerschutz und Verbraucherschutz eben nicht dasselbe ist, sondern auch die Tatsache, dass Verbraucherschutz immer noch von Verbrauchern und nicht von Anbietern definiert wird, sind für uns Grund genug, dem entgegenzustehen. 

Spielern und Angehörigen können wir deshalb nur raten, genau hinzuhören. Wer diese Worte synonym benutzt, „singt zu allererst das Lied“ der Anbieter und erst danach kommen die Interessen der Betroffenen.

Denn Sucht ist ein Spielverderber.

Die verbreitetsten Irrtümer beim Glücksspielen

Hausfrauen, die keine Ahnung von Fußball haben, sind bei Sportwetten finanziell weniger erfolgreich als ausgewiesene Fußballexperten.

Mehrere Studien widerlegen dies. Die an den Studien teilnehmenden Frauen verloren zwar öfter als die Experten, machten diese Verluste aber durch hohe Quoten bei Tipps auf Außenseiter wieder wett. Die Experten wiederrum tätigten viele kleine Gewinne, entsprechend der Quoten. Richtig heißt es also: Hausfrauen sind bei Sportwetten mindestens genauso erfolgreich wie Fußballexperten.

Beim Roulette ist das Setzen auf Rot oder Schwarz und das Verdoppeln des Einsatzes nach Verlust ein sicheres System.

Das stimmt. Voraussetzung ist aber, dass man unbegrenzte Geldmittel zur Verfügung hat. So würde beim ersten Einsatz von nur 1,00 EUR der Einsatz beim zehnten Verdoppeln bereits 512,00 EUR betragen. Hinzu kommt, dass der Gewinn relativ gering ausfällt (genauso hoch wie der Einsatz). Das heißt, erst bei hohen Einsätzen sind hohe Gewinne möglich.

Bei Geldspielautomaten: Ein Automat an dem schon lange gespielt wurde, ist heiß für den Gewinn.

Das stimmt nicht. Die Automaten entscheiden allein auf Grundlage von Zufallszahlen über Gewinn und Verlust. Es gibt weder eine eingestellte Spielzeitmarke zur Auszahlung noch eine Befüllgrenze, welche eine Auszahlung auslöst. So gibt es z.B. einen extra Sammel-Behälter zur Aufnahme von Münzen für den Fall, dass die Wechselgeldröhrchen voll sind.

Bei Geldspielautomaten: Bei der Gewinnleiter kann ich den Gewinn beeinflussen, wenn ich zum richtigen Zeitpunkt die Taste drücke.

Das stimmt nicht. Schon vor dem Betätigen der Taste „kennt“ der Automat den Ausgang. Hier werden Spieler bewusst getäuscht und es wird ihnen vorgegaukelt, dass das Automatenspiel eine Geschicklichkeitskomponente hat, welche es in Wahrheit nicht gibt.

Wenn man beim Lotto immer dieselben Zahlen tippt, müssen diese irgendwann gezogen werden.

Das stimmt nicht! Das Eintreten eines Spielergebnisses ist immer nur vom Zufall abhängig. Das ständige Spielen einer Zahlenkombination kann sogar problematisch sein, da durch diesen Glauben sich Spieler*innen dazu genötigt fühlen, ohne Pause weiterzuspielen, um den vermeintlichen einen Tag , wo die Zahlen gezogen werden, nicht zu verpassen.

Beim Lotto sind noch nie zwei Mal die gleichen Zahlen gezogen worden.

Das stimmt nicht. Im Dezember 1986 wurden dieselben sechs Zahlen gezogen wie im Juni 1995. In Israel wurden bei einer Lotterie im Jahr 2010 sogar zweimal dieselben Zahlen gezogen mit nur einem Monat Abstand. Am spektakulärsten ist der Fall aus Bulgarien im Jahr 2009, wo in zwei aufeinanderfolgenden Ziehungen dieselben Zahlen gezogen wurden. Dabei gab es dann auch 18 Hauptgewinner, die sich den Gewinn teilen mussten. Beispiele, die zeigen, dass der Zufall nicht berechenbar ist.

Nach einer Verlustserie erhöhen sich die Gewinnchancen. Daher sollte nach Verlusten unbedingt „weitergezockt“ werden.

Das klingt komisch und stimmt auch nicht. Hier unterliegt der Spieler einer Kontrollillusion. Jedes Spiel muss einzeln betrachtet werden, wobei die Gewinnwahrscheinlichkeit immer gleich hoch oder niedrig ist. Logisch wäre es also zu empfehlen, das Spielen sofort abzubrechen, weil die Gewinnwahrscheinlichkeit mit der Zeit eben nicht steigt.

Die Glücksspielindustrie ist immer auf der Gewinnerseite.

Das stimmt! Glücksspiele sind alle so konzipiert, dass in jedem Fall ein Gewinn für den Anbieter bleibt.

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Die Auswirkungen einer Glücksspielsucht

FairSpielt Glücksspiel Strudel

Finanzielle Folgen

Es handelt sich um eine sehr teure Sucht. Die wirtschaftlichen Folgen sind immens für den/die Betroffenen/Betroffene, die Angehörigen bzw. sein/ihr soziales Umfeld und für die Allgemeinheit. Schulden, Existenzverluste, Firmenzusammenbrüche, Kosten für Strafverfahren und Strafvollzug, Behandlungs- und Therapiekosten, Kosten durch Arbeitsausfälle und durch notwendige Hilfen zum Lebensunterhalt der Betroffenen sind häufig die Folgen, wenn das Glücksspiel zum Lebensinhalt wird.

Die Betroffenen setzen ihren Beruf und ihre Anstellung aufs Spiel, machen hohe Schulden und lügen oder handeln ungesetzlich, um an Geld zu kommen oder die Bezahlung von Schulden zu umgehen.

Psychosoziale Folgen

Neben den finanziellen treten psychosoziale Folgeschäden auf. Der Leidensdruck der Betroffenen ist sehr hoch. Sie sind psychisch sehr stark belastet. Schuld- und Panikgefühle und Erschöpfung quälen den/die Betroffenen/Betroffene, Partnerschaften zerbrechen, Beschaffungskriminalität und Wohnungsverlust als Folge von Mietschulden sind häufig.

In der Umsetzung von Abstinenzversuchen treten psychische aber auch vegetativ-physische entzugsähnliche Erscheinungen auf (innere Unruhe, Reizbarkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen, Depressionen, Schweißausbrüche, Magenschmerzen, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit). Als Begleitstörungen kommt es häufig auch zu Substanzmissbrauch, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen und erhöhte Suizidgefahr.

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