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Fachstelle GlücksSpielSucht
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Glücksspiel und Glücksspielarten

Viele Menschen in Deutschland nutzen die Angebote an Glücksspielen. Auch Thüringer spielen zur Unterhaltung und als kurzweiliges Freizeitvergnügen. Manch einer träumt dabei auch mal vom großen Gewinn. Was wäre wenn - wenn ich den Lotto-Jackpot knacke oder das Traumhaus in der Fernsehlotterie gewinne oder beim Pokern im Casino mit einem Royal Flush den Spieltisch verlasse oder eine lebenslange Rente in der GlücksSpirale gewinne - ... Spieler freuen sich über den Sieg ihrer Lieblingsmannschaft, auf die eine Oddset-Wette abgeschlossen wurde oder genießen das besondere Ambiente in einer Spielbank bei einem unterhaltsamen Abend gemeinsam mit ihren Freunden. Der große Gewinn tritt sehr selten ein, denn der Zufall entscheidet darüber. Der Spaß soll überwiegen, wenn das Glück auf diese Weise gelegentlich herausgefordert wird und der Geldeinsatz dafür im persönlichen Budget übrig ist. Glücksspiele gehören zum gesellschaftlichen Alltag und für viele Menschen bedeutet es nichts weiter als ein Spiel.


Aber es gibt Menschen, für die daraus bitterer Ernst geworden ist und die ihr Spielverhalten nicht mehr kontrollieren können. Sie spielen intensiv und mehrere Stunden am Tag mit immer höheren Geldeinsätzen, spielen weiter, obwohl sie immer mehr Geld verlieren und spielen allein. Dieses Spielverhalten ist problematisch bzw. süchtig.


Glücksspielsucht ist nach Nikotin-, Medikamenten-, Alkohol- und Opiatabhängigkeit in Deutschland die fünfthäufigste Suchterkrankung und die häufigste nichtsubstanzgebundene Suchtform. Sie stellt innerhalb der Bevölkerung ein relevantes Problem dar. Während allgemein bekannt ist, dass ein Mensch durch den Konsum von Alkohol, Drogen, Medikamenten oder anderen Stoffen süchtig werden kann, ist vielen Menschen nicht bewusst, dass man auch süchtig vom Glücksspielen werden kann. Aber auch Glücksspielen kann süchtig machen. Anders als bei den stoffgebundenen Suchtformen versetzt sich der Glücksspieler nicht durch die pharmakogene Wirkung einer Droge sondern sich selbst im Spiel in den Rausch. In Deutschland gelten, je nach Studie, 100.000 bis 290.000 der 18-64 Jährigen als Pathologische Spieler, wie auch die Bezeichnung für glücksspielsüchtige Spieler lautet. 149.000 bis 340.000 gelten als Problematische Spieler. In Thüringen betrifft das ca. 8.000 Personen. Ein Einstieg in das Glücksspielen erfolgt häufig bereits im Jugendalter und beginnt vielfach mit einer Gewinnphase. Gute Verfügbarkeit von Glücksspielen sowie hohe Ereignisfrequenz und hohe Gewinnmöglichkeiten und Verknüpfung mit anderen Interessen (z.B. Sportbegeisterung) unterstützen das Entstehen einer Sucht. Dabei weisen unterschiedliche Glücksspiele ein unterschiedliches Risiko für die Entwicklung einer Glücksspielsucht auf.

Buchtipp:

Arbeitskreis gegen Spielsucht e.V.(Hrsg):
Bunte Lichter – Dunkle Schatten
Glücksspiel - Faszination und Abgrund

21 ausgewählte Kurzgeschichten,
Geest-Verlag 2013
ca. 240 Seiten, 12 Euro
ISBN 978-386685-389-8

Weitere Informationen zum Buch und dessen Entstehung finden Sie hier.

Filmtipps:

Nichts geht mehr- Wenn Spielautomaten süchtig machen

28. November 2012 / 23.00 Uhr / ZDF

Den Link zur Sendung in der Mediathek finden Sie hier.

 

"45 min - Verdammte Spielsucht" am 24. September 2012 um 22:00 Uhr im NDR-Fernsehen.

Der Film geht der Frage nach, wer dafür verantwortlich ist, dass in Deutschland bis zu einer halben Million Menschen ihr Spiel am Automaten nicht mehr kontrollieren können - also spielsüchtig sind. (Eine Kurzfassung des Films lief im Juli in der ARD.)

Hier finden Sie den Beitrag in der NDR-Mediathek.

Positionierung der Suchthilfeverbände zu Fragen der Kooperation mit der Glücksspielindustrie

Verbände der Suchthilfe sprechen sich derzeit gegen eine generelle Zusammenarbeit mit der Automatenindustrie aus.(Berlin, Freiburg, Hannover, Hamm, den 1. März 2012)

Das Positionspapier können Sie hier downloaden. (pdf)